Dieser Workshop eignet sich für junge Menschen in repräsentativen Funktionen.

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Fachveranstaltung – Umgang mit dem Mythos `Neutralitätsgebot´
(27.04.26)
13:45 Uhr – Ankommen
14:00 Uhr – Beginn der Veranstaltung
Impulsvortrag
Weaponized Neutrality. Folgen des Neutralitätsdiskurses für die politische Bildung
Die Debatte über vermeintliche Neutralitätsverpflichtungen beschäftigt viele Einrichtungen und
Träger von Kultur- und Bildungsarbeit – auch in der Jugendarbeit. Etliche Akteur*innen weisen
dabei ‚Neutralität‘ als zugeschriebenem Anspruch zurück. Dennoch ist eine aktuelle Konjunktur
von Neutralitätspostulaten zu beobachten, welche vor allem von konservativen bis extrem
rechten Kräften vorgetragen werden. Im Vortrag werden daher zunächst die unterschiedlichen
Konnotationen von ‚Neutralität‘ im Bildungskontext eingeordnet, um anschließend auf die
Argumentationslogiken aktueller Neutralitätsforderungen zu fokussieren, welche vor allem als
strategische Versuche der Einflussnahme gewertet werden können.
Jana Sämann – Erziehungs- und Bildungswissenschaftlerin, M.A., an der Universität Siegen
(ca. 40-45Min. Vortrag + 15Min. Diskussion)
15:00 Uhr – Vorstellung der Workshops und Gruppenfindung
15:10 Uhr ———————- Kurze Kaffeepause ———————————-
15:30 Uhr – Beginn der vertiefenden Workshopphase
(1h 30 min) Folgende Themen stehen den Teilnehmenden zur Auswahl:
a) Nicht neutral. Professionelle Positionierung freier Träger im Kontext von
Neutralitätsforderungen – Referentin Jana Sämann
In diesem Workshop geht es darum, sich über eigene Erfahrungen mit und Perspektiven
auf Neutralitätsforderungen auszutauschen. Anhand von Beispielen, in denen
Interventionen gegen Träger und Einrichtungen der Jugendarbeit skizziert sind, werden
Möglichkeiten und Herausforderungen von Positionierungen erarbeitet. Ziel ist es, mit
einer kritischen Perspektive auf die Forderung nach ‚Neutralität‘ reagieren zu können
und dabei theoretische, professionspolitische, sozialrechtliche und/oder
trägerspezifische Begründungen einer positionierten Jugendarbeit aufzurufen.
Jana Sämann ist Erziehungs- und Bildungswissenschaftlerin, M.A., an der Universität
Siegen. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen politische Bildung in den Handlungsfeldern der Jugendarbeit sowie Anrufungen, Interventionen und
Neutralitätsforderungen in der Jugend(bildungs)arbeit.
b) Dem Neutralitätsmythos im Schulalltag kompetent begegnen -Referentin Nele Mai
Gesellschaftliche Konflikte machen auch vor der Schule nicht halt und spiegeln sich
zunehmend im pädagogischen Alltag wider. Verfassungswidrige Symbole auf
Schulmöbeln oder Wänden, Hate Speech in Klassenchats sowie rassistische,
queerfeindliche oder antisemitische Äußerungen im Unterricht verdeutlichen, dass
Lehrkräfte immer häufiger gefordert sind, auf entsprechende Vorfälle zu reagieren.
Und das ist nicht leicht. Im Workshop wollen wir uns anhand realer Fälle mit
Umgangsstrategien beschäftigen, um so Verunsicherung und Druck im Schulalltag
besser begegnen zu können.
Nele Mai hat 3 Jahre als Lehrerin an Oberschule & Gymnasium für die Fächer
Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung/Wirtschaft & Deutsch gearbeitet und ist seit
2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin in der John-Dewey-Forschungsstelle für die
Didaktik der Demokratie an der TU Dresden, seit 2023 ist sie zusätzlich
wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für die Didaktik der Politischen Bildung
an der TU Dresden.
c) Stark und demokratisch statt neutral. Demokratisch positionierte Jugend- und
Jugendbildungsarbeit – Referenten Stefan Heerdegen & Christian Noeth
Diskriminierende Äußerungen, Schmierereien oder das Tragen von Kleidung mit
verfassungswidrigen Symbolen, Hate Speech und das Hören von Musik mit
rechtsextremistischen Inhalten begegnen immer wieder Akteurinnen der Jugend(bildungs)arbeit in ihrem Alltag. Wie können demokratische Werte bewahrt und eine klare Haltung eingenommen werden? Wie kann mit jungen Menschen oder auch deren Eltern ein konstruktiver Diskurs eingegangen werden? Im Workshop wollen wir uns mit diesen Fragen und möglichen Umgangsstrategien beschäftigen. Stefan Herdeegen und Christian Noeth – Mobile Beratung Thüringen. Für Demokratie – gegen Rechtsextremismus. MOBIT e.V. – Das Beratungsteam unterstützt landesweit erfolgreich verschiedene Akteurinnen mit dem Ziel, eine demokratische,
emanzipatorische Kultur vor Ort zu stärken.
17:00 Uhr ————————— kurze Pause ———————————–
17:10 Uhr – Ergebnisvorstellung aus den Workshops sowie abschließende Austauschrunde zu
den Erkenntnissen und offenen Fragen
17:45 Uhr – Ende der Veranstaltung